Störungsbilder
Sprechstörungen bei Erwachsenen

Stottern

Stottern entsteht überwiegend im Kindesalter. Bleibt es bis ins Jugend- oder Erwachsenenalter bestehen, spricht man von chronischem Stottern. Der wesentliche Unterschied aber beruht auf der Tatsache, dass bei Jugendlichen und Erwachsenen bereits ein Bewusstsein für das Phänomen entstanden ist, das sich in aller Regel auf ihr gesamtes Sprech-, Kommunikations- und auch Sozialverhalten auswirkt. Die Primärsymptome sind Laut-, Silben- und Wortwiederholungen (»B-Ball«, »Ka-Ka-Kamel«), Dehnungen (»Aaaaaffe«, »mmmmein Auto«) und Blockierungen (»---ich«). Sekundärsymptome entwickeln sich bei Jugendlichen und Erwachsenen meist zusätzlich, um das Stottern zu vermeiden oder zu beenden. Dazu gehören u. a.: Zeichen der Anstrengung (z. B. Mitbewegung des Kopfes, Grimassieren), stimmliche Veränderungen (z. B. lautes reden, flüstern), Worteinschübe („ähm“, „und so“) sowie die Vermeidung von Sprechsituationen. Die Koordination zwischen Atmung, Stimme und Sprechbewegungen ist beeinträchtigt. Es wird ein komplexes Ursachengefüge zugrunde gelegt. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass Stottern genetisch bedingt ist. Stottern bezeichnet man auch als eine Redeflussstörung.

Poltern

Poltern ist ebenfalls eine Redeflussstörung. Es zeigt sich in schnellem und/oder unregelmäßig schwankendem Sprechtempo. Dabei treten Auslassungen, Verschmelzungen und Veränderungen von Lauten, Silben und Wörtern auf. Das Sprechen wird dadurch schwer verständlich, die Prosodie ist häufig auffällig. Zusätzlich können Unflüssigkeiten in Form von Wiederholungen von Lauten, Silben, Wörtern und Satzteilen auftreten. Die meisten polternden Menschen wissen, dass sie schnell und undeutlich sprechen, können ihr Sprechen jedoch nicht in der spezifischen Sprechsituation kontrollieren. Dadurch können Sprechängste entstehen.

Einschränkung im Bereich der Artikulation

Erwachsene können seit ihrer Kindheit eine Artkulationsstörung haben. Die häufigste Form ist hier der Sigmatismus. Weiterhin kann eine Artikulationsstörung auch erworben sein, infolge von z. B. Hörstörungen, Schlaganfällen und anderen chronischen Erkrankungen.

Sprechapraxie

Es besteht eine Beeinträchtigung der Fähigkeit, Sprechbewegungen zu planen. Im Bereich der Artikulation kommt es zu Lautbildungsfehlern, die zu einer unverständlicheren Aussprache führen. Weiterhin können Sprechmelodie, Sprechrhythmus und Sprechgeschwindigkeit betroffen sein.

Dysarthrie

Bei einer Dysarthrie ist die Sprechmotorik gestört und damit die Steuerung und die Ausführung von Sprechbewegungen. Zusätzlich können die Sprechmelodie (Prosodie), der Sprechrhythmus, die Stimme und die Atmung in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigt sein.

Mehr Informationen erhalten Sie bei dem Deutschen Bundesverband für Logopädie (dbl).

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